Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Jüchen
 
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Alarmierung

 

Ablauf einer Alarmierung

Ein Schadenereignis tritt ein und wird von einer Person über die Tel. 112 bei der Leitstelle des Rhein-Kreises-Neuss in Neuss gemeldet. Bereits während des Gespräches gibt der sog. Disponent die Straße, die Art des Einsatzes usw. in einen PC ein.

 

 

 

Dieser schlägt dann alle zu alarmierenden Einheiten anhand der eingepflegten Alarm- und Ausrückordnung vor, z.B. welche Löschzüge und Fahrzeuge alarmiert werden müssen und ob der Rettungsdienst oder die Polizei ebenfalls erforderlich ist.

 

 

Feuerwehrleitstelle

 

Nun werden die ehrenamtlichen Kräfte "angepiepst". In ihrem sog. Meldeempfänger können diese dann genau sehen, um was für einen Einsatz es sich handelt und wo sich dieser befindet. Beispiel: "Brennt PKW - A46 Richtung Heinsberg, km 325, am Gewerbegebiet auffahren". Durch diese klaren Angaben wissen die Feuerwehrleute direkt, welche Fahrzeuge besetzt werden müssen. In dem oberen Beispiel wäre es das Tanklöschfahrzeug.

Meldeempfänger Mototrola lx2plus

 

 

Egal ob beim Schlaf, Mittagessen, auf der Couch oder bei der Arbeit lassen die Feuerwehrleute jetzt alles unentgeltlich stehen und liegen und rennen oder fahren zum Gerätehaus, wo sie sich innerhalb von Sekunden die Schutzkleidung anlegen. Schimpfen Sie also nicht auf die "rasenden" Feuerwehrleute. Denn sie schützen dadurch Ihr Leben und sie haben nach § 35, 38 StvO auch das Recht dazu.

 

 

Schon ca. 2-3 Minuten nach dem Alarm verlassen die ersten Fahrzeuge das Gerätehaus. Weitere Fahrzeuge werden jetzt nach und nach besetzt. Über Funk bekommen die Feuerwehrleute ggf. während der Anfahrt weitere Angaben zum Einsatz.

Ausrückende Fahrzeuge

 

Funktionen des Motorola Sciptors LX 2 plus:
  Alarmton
  Probealarm
  • 128 Schleifen (32 RIC mit je 4 Unteradressen), individuell programmierbar (Nurton, numerisch, alphanumerisch)
  • Speicherung der bis zu 20 letzten Alarmmeldungen (bis zu 20000 Zeichen)
  • Display 2 x 20 Zeichen mit Hintergrundbeleuchtung
  • Lupenfunktion: zur besseren Lesbarkeit sind die Alarmmeldungen auch einzeilig als Lauftext in großer Schrift darstellbar
  • akustische Alarmierung mit 16 individuell programmierbaren Wecktönen
  • Vibrationsalarm
  • Anzeige der ausgelösten Schleife (individuelles Alarmstichwort 32 Zeichen)
  • Anzeige der aktuellen Uhrzeit / Alarmzeit und des Datums
  • Anruferinnerung (Wiederholung der Alarmierung)
  • Alarmart umschaltbar: Lauter Alarm, redundanter Alarm (laut mit Vibration), diskreter Alarm (Vibration und "Mini-Pieps"), stiller Alarm (Vibration)
  • Prioritätsruf (immer akustische Alarmierung, auch bei Stiller Alarm)
  • Speichersplitt (max. 8 Benutzerprofile)
  • Quarzuhr mit Weckfunktion
  • automatische Ein-Aus-Schaltung (zeitgesteuert) wählbar
  • geringe Stromaufnahme, Alarm bei schwachem Akku / Batterie
  • kontrollierte Schnell- und Erhaltungsladung von NiCd- und NiMH-Akkus
  • Reichweitenalarm bei fehlendem Kontakt zum Funknetz
  • Passwortschutz programmierbar
  • Umprogrammierung durch Anruf möglich (Programmierung über Luft)
  • individuelle Anpassung an den Einsatzbereich durch Programmierung (Aktivieren / Sperren von Funktionen)
  • BOS Zulassung Nr. DME II - 14 / 02

Technische Details:

  • Frequenzbereich: 2 m-Band, Raster 20/25 kHz, ein Kanal
  • Empfindlichkeit am Körper (typ. angestrebt): 5 µV/m (512 Baud), 7 µV/m (1200 Baud), 9 µV/m (2400 Baud)
  • Rufverfahren: POCSAG nach TR BOS (512, 1200, 2400 Baud)
  • Betriebsspannung: 1,2V DC (NiCd- / NiMH-Akku / Batterie) Typ AAA
  • Temperaturbereich: -10 .. 55° C (Betrieb), -40 .. 80° C (Lagerung o. Akku)
  • Schutzart: IP52
  • Maße (L/B/H): ca. 78/52/19 mm
  • Gewicht mit Akku: ca. 65 g

 


Die Piepser der Feuerwehr Jüchen von alt nach neu:

Motorola Pageboy

Anschaffung: 1983

Motorola BMD

AEG

Anschaffung: 1993

Swissphone Hurricane

Anschaffung: 1998

Motorola Scriptor LX2 plus

Anschaffung: 2002

Details siehe oben

 

Geschichte:

1882 wurden bei Ausbruch eines Brandes die Bewohner durch Läuten der Kirchenglocken alarmiert. In der Nacht machte der Nachtwächter durch Hornblasen die erste Feuermeldung. 1927 wurde die erste elektrische Sirene im Glockenturm der katholischen Kirche installiert. 

Seit dem 30.06.1976 unterhielt die Gemeindefeuerwehr Jüchen im alten Rathaus, Odenkirchenerstraße 24, eine rund um die Uhr besetzte Alarmierungszentrale, von wo aus im Alarmfall die einzelnen Sirenen im Gemeindegebiet ausgelöst werden konnten. Die Notrufzentrale wurde Wochentags von den Gemeindemitarbeitern besetzt. Ab 18.00 Uhr sowie an Feiertagen und am Wochenende von den Freiwilligen Angehörigen der Feuerwehr besetzt. Ferner wurden alle Feuerwehrfahrzeuge mit Funkgeräten ausgestattet. Von nun an konnten Einsatzmeldungen viel schneller an die zuständigen Fahrzeuge weitergeleitet werden.

Der Kosten wegen wurde 1983 begonnen, stufenweise die neue Alarmierungstechink einzuführen. So erhielt nach und nach jeder Feuerwehrmann einen kleinen funkgesteuerten Alarmierungsempfänger, kurz Piepser genannt, den er ständig mit sich trug. Dadurch wurden so die Sirenen langsam überflüssig. Das hatte nun den Vorteil, dass der Feuerwehrmann überall Tag und Nacht erreichbar wurde und die sonst durch die Sirenen angelockten Neugierigen nicht mehr die Feuerwehreinsätze behindern konnten.

1998

Die Technik der 1983 angeschafften Piepser war mittlerweile auch schon wieder veraltet und so wurden im Jahre 1998 digitale Meldeempfänger angeschafft. Dies war der Hurrican von der Fa. Swissphone.

2002

Im Sommer 2002 wurden erneut Piepser (Motorola LX2 plus; siehe oben) angeschafft, da die Umschaltung der Notrufe und die Schließung der Notruf- und Alarmierungszentrale der Gemeinde Jüchen aus Kosten und Personal Gründen kurz bevor stand.

Am 15.07.02 erfolgte dann die Schließung der Notruf- und Alarmierungszentrale der Gemeinde Jüchen und die Aufschaltung des Notrufes auf die Kreisleitstelle Neuss.

Aktuell:

Bei einem Alarm weiß nun jeder Feuerwehrmann durch das individuelle Alarmstichwort, wozu er gerufen wird. Zusätzlich wird zu jedem alarmierten Löschzug bzw. Löschgruppe ein Fax geschickt. Auch gilt die Abmachung, das wenn sich 5 Minuten nach der Alarmierung keiner der jeweiligen Löschzüge bzw. Löschgruppen ausgemeldet hat, dieser und der zweite Löschzug mit Sirene nachalarmiert werden.

 

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